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Unser Buch zum Übersetzen bleibt leider eine Seltenheit
Es sind hauptsächlich die Professoren an den Universitäten, die regelmäßig gute Bücher zur Translatologie
in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Sprachen publizieren. Die Praktiker unserer Berufsgruppe
hingegen sind in puncto Publikationen leider nicht gerade schnell. Folglich wird die angewandte Forschung
in unseren Berufen sträflich vernachlässigt oder ist schlicht nicht vorhanden. Das Fehlen professioneller
Publikationen, die von den Praktikern im Bereich Sprachdienstleistungen geschrieben wurden, ist höchst
entmutigend. Unser Buch „Traduction, adaptation et éditing multilingue“, das auf Englisch, Französisch
und Spanisch auf unserer Website (www.eurologos.com,
zum kostenlosen Download zur Verfügung steht,
leidet an der „Einsamkeit“ der Forschungen ohne echte Vergleichsmöglichkeiten.
Ein trauriger Beruf, der sich nicht wenigstens mit Publikationen über die angewandte Forschung zu unseren
Tätigkeiten schmücken kann. Außerdem, wer anders als die Profis selbst sollte sich kompetent darum kümmern?
Kein Bereich kann sich gut entwickeln, ohne durch Publikationen unterstützt zu werden, die aus der direkten
Erfahrung der Praxis entspringen. Es ist kein Zufall, dass mehr als 99 % aller Übersetzungsagenturen der Welt
lediglich „Briefkästen“ in einem Land sind und nur vorgeben, ihren Kunden alle Sprachen und Geostile der Welt zu liefern …
Qualitativ hochwertige Publikationen aus der ganzen Welt: Italien
Wir von Eurologos kümmern uns – neben dem Herausgeben von anderen Büchern und in anderen Sprachen auf unserer Website –
auch regelmäßig (und hauptsächlich in unserem Newsletter) um Publikationen über Translatologie, damit die Kultur des
Übersetzens und Dolmetschens sich sowohl auf dem Angebotsmarkt (bei unseren Mitbewerbern) als auch auf dem Nachfragemarkt
(bei unseren Kunden) verbreitet. Diesmal ist Italien an der Reihe. Wir haben neun Bücher ausgewählt, die kürzlich auf
italienisch und hauptsächlich von Forschern an Universitäten herausgegeben wurden.
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Das erste Buch,
„Tradurre. Un approccio multidisciplinaire“ (Übersetzen. Ein multidisziplinärer Ansatz) besteht aus etwa 15 Essays,
die im Rahmen der Forschung zum Thema „Nuove tecnologie e linguaggi: teoria generale della traduzione“
(CNR) (Neue Technologien und Sprachen: allgemeine Übersetzungstheorie)an der Universität Triest, der wichtigsten Universität im linguistischen Bereich in Italien, von
Marguerita Ulrych herausgegeben und mit einem Vorwort versehen wurden. |
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„Tradurre per il doppiaggio“ (Übersetzen für die Synchronisation) von
Mario Paolinelli und Eleoneora di Fortunato (Hoepli) hat einen aussagekräftigen Untertitel: „la trasposizione
linguistica dell' audiovisivo: teoria e pratica di un'arte imperfetta“ (Linguistische Transposition des
Audiovisuellen: Theorie und Praxis einer nicht perfekten Kunst). Es handelt sich um ein praktisches Werk
zur Synchronisation und Untertitelung mit vielen Referenzen auf die internationalen Märkten. Auch eine
Analyse des Films „Jackie Brown“ von Quentin Tarantino wird gegeben, ebenso gibt es Anhänge zu den Verträgen
und einen offenen Brief an die Autoren von Kinofilmen. |
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„Tradurre per l'Unione Europea“ (Übersetzen für die Europäische Union) ist ein Buch
von Domenico Cosmai, einem Funktionär, der sich mit der EU-Problematik und den Strategien der EU beschäftigt (Hoepli).
Das Werk behandelt viele Aspekte zum Verfassen und Übersetzen europäischer Dokumente. Die Themen hierbei erstrecken sich
von lexikalischen Elementen über übersetzerische Gewohnheiten bis hin zur Zukunft des Übersetzens für die Europäische Union.
Ein großer Teil ist außerdem dem Vergleich übersetzter und überarbeiteter Texte gewidmet. Alles in allem ist dies ein sehr nützliches Buch. |
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Ein weiteres an der Universität von Triest entstandenes Buch ist „Manuale di Terminologia“
mit etwa einem Dutzend Essays, darunter von Franco Crevatin
Terminologia, traduzione, cultura (Terminologie, Übersetzung, Kultur);
von Federica Scarpa Terminologia e lingue speciali (Terminologie und Fachsprachen), von
Lorenza Rega Il termine in un' ottica
terminologica plurilingue (Der Terminus unter dem Blickwinkel der Mehrsprachigkeit), von
Maria Teresa Musacchio I Tecnicismi
collaterali (Technische Nebentermini) und von Marella Magris Le relazioni concettuali (Konzeptuelle Beziehungen).
Diese und andere Lehrkräfte aus Triest machen der translatorischen und terminologischen Forschung große Ehre,
auch auf internationalem Niveau. Bereits im Juli 2002 haben wir uns in unserem Newsletter mit dem wunderschönen,
kostbaren und sehr umfangreichen (fast 400 Seiten starken), hochintelligenten Buch von Federica Scarpa beschäftigt:
„La traduzione specialistica“, erschienen bei Hoepli). |
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Wir nennen hier sogar – zugegebenermaßen ohne viel Enthusiasmus – das Buch von
Gianni Davico „L'industria della traduzione“, SEB (Die Übersetzungsindustrie)das die aktuelle Situation auf dem
italienischen Übersetzungsmarkt nur implizit hypostasiert (also die Realität rationell betrachtet). Dieser Markt
besteht nahezu vollständig aus Übersetzungsagenturen unterschiedlichster Größe, die nur monolokal in einem einzigen
Land bestehen und die das gewaltige Problem ihrer eigenen Unzulänglichkeit beim Produzieren von Übersetzungen in
Sprachen, die sie weder lesen noch schreiben können, nicht einmal erkennen. Sie können also das, was sie ihren
Kunden liefern, nicht validieren und müssen daher ihren Mittbewerbern „vertrauen“, die die Übersetzungen in die
Fremdsprachen als Unter-Auftragnehmer für sie anfertigen. Der Fakt, dass multinationale Unternehmen auf dem
italienischen Markt äußerst selten sind, darf nicht dazu führen, dass ein translatorisch ignoranter und irreführender
Handel als optimal betrachtet wird. Das Buch ist im Übrigen unfreiwilllig repräsentativ für den sehr bescheidenen Grad
an translatorischer Kultur des Angebotsmarktes im Bereich Sprachdienstleistungen besonders in Italien. |
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Bruno Osimo, ebenfalls Universitätsprofessor, ist Autor dreier bemerkenswerter Bücher:
„Storia della Traduzione“, „Manuale del traduttore“ und „Traduzione e qualità“ (Geschichte der Übersetzung, Übersetzerhandbuch
und Übersetzung und Qualität), alle bei Hoepli erschienen. Alle drei sind exzellente Werke, die gleichsam eine translatorische
Trilogie bilden: zunächst ein historischer Exkurs (Storia della Traduzione), der von der Bibel bis in die neunziger Jahre reicht
und dabei einen Bogen von den großen Übersetzern und Übersetzungswissenschaftlern wie Cicero, dem Hl. Hieronymus, Cervantes und
Freud bis hin zu den sehr modernen Semiotikern des vergangenen Jahrhunderts schlägt; dann ein Buch, das sich mit dem enorm wichtigen
Problem der Qualität beschäftigt (Traduzione e qualità): von der Definition von „Qualität“ selbst bis hin zu einem Evaluierungssystem
(Evaluation der Lehre, Taxonomie) und vergleichenden Analysen, nicht zu vergessen eine Qualitätsnorm wie die JTPUnion des österreichischen
Instituts für Normung; und schließlich ein sehr praktisches – aber auch theoretisches – Handbuch (Manuale del traduttore), das sich,
ausgehend von translatologischen Analysen und der Muttersprache und der (erworbenen) Fremdsprachen, mit den verschiedenen
Übersetzungstypen beschäftigt). Die verschiedenen Übersetzungstypen werden hervorragend analysiert, sodass sich die Inhalte
der modernen Übersetzerausbildung und praktische Werkzeuge für die tägliche Arbeit herauskristallisieren. Jedes Buch wird von einem
strengen und sehr nützlichen Glossar begleitet. |
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Von zwei Lehrkräften der SSLMIT der Universität von Bologna (Forlì),
Mariachiara Russo und Gabriele Mack, stammt schließlich die letzte, sehr interessante Publikation, die uns
buchstäblich in letzter Minute (Juli 2005) erreichte: das erste in Italien publizierte Buch über das
Verhandlungsdolmetschen: „Interpretazione di trattativa“ mit dem Untertitel „La mediazione linguistico-culturale
nel contesto formativo e professionale“ (Sprachlich-kulturelle Vermittlung im Kontext von Beruf und Ausbildung),
erschienen bei Hoepli. Das Buch stellt auf 230 Seiten nicht weniger als siebzehn scharfsinnige und präzise Essays
über das interkulturelle Dolmetschen mit einem sehr breiten Anwendungsspektrum zusammen und umfasst die visuelle und
Werbungskommunikation, das Dolmetschen für Unternehmen und Gerichtsdolmetschen bis hin zu den Erfahrungen von Dolmetschern
in Krankenhäusern. Ein Artikel ist besonders bemerkenswert, nämlich der von Gino Luka, einem der Manager von Eurologos-Shkoder,
der Schriftsteller, Übersetzer und Dolmetscher ist und einen Artikel über den Kulturmittler („Il mediatore culturale“) geschrieben
und diesen um eine sehr gute Bibliographie ergänzt hat.
Von den anderen beiden Autoren des Buches stammen die brillante und sehr lehrreiche Einführung (Mariachiara Russo) und der erste
Essay (Gabriele Mack), der sich den im Buch behandelten Konzepten und Termini in einer mehrsprachigen Dimension in einer neologischen
Reflexion widmet. Ihr Essay hat den Namen „Interpretazione e mediazione: alcune osservazioni terminologiche“ (Dolmetschen und Sprachmittlung:
einige terminologische Beobachtungen). |
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