Der Prozess, durch den das Wort mit der Aussage eines Individuums verbunden wird, ähnelt strukturell dem Öffnen eines Sets russischer Puppen (die des Logos enthält die des Konzepts, die wiederum die des Schreibens enthält, die die des Stils enthält, usw.).
In Wirklichkeit vollzieht sich die kritische Analyse eines Textes jedoch in umgekehrter Richtung (von Idiolekt über Stil und Schreiben bis hin zur Gestaltung des Konzepts).
Vom Logos zum persönlichen Stil
Logos: Korrektheit und Inhalt eines Wortes. Der Logos umfasst alles, von dem sich
jemand eine Idee machen kann.
Konzept: Thematische und kontextgerechte Ideenentwicklung. Darstellung eines Begriffs
durch einen Ausdruck.
Schrift: Verständliche Umsetzung der Aussage. Die Schrift wird von Ideation und Stil eingegrenzt.
Stil: Spezifische Morphologie der linguistischen Norm (erste Variante auf der ästhetischeEbene).
Geostil: Für eine geographische Sprachgemeinschaft typischer Stil.
Soziostil: Der Soziostil ist das sprachliche Charakteristikum einer homogenen Sprecherschicht innerhalb einer geolinguistischen Gemeinschaft
(sozioökonomische und berufliche Kategorie, Kultur- und Altersgruppe usw.).
Technolekt: Technolekte bilden eine Untergruppe zum Soziostil (Fachsprache und -wortschatz eines Wirtschaftssektors oder -unternehmens). Berufssprache mit
typisch wissenschaftlicher oder fachsprachlicher Begriffsgebung.
Besonderheiten des Einzelnen.
Persönlicher Stil: Individuelle Abweichung von der linguistischen Mindestnorm, sprechertypischer
Stil. Persönlicher Stil heißt kleinstmögliche Form und praktisch
unnachahmlicher Stil.

Die obigen Textpassagen sind dem Buch "Übersetzung, Adaption und mehrsprachiges Editing", das von drei Führungskräften von EUROLOGOS verfasst wurde (TCG Editions, Bruxelles, 1994; S. 73-163), entnommen.
Klicken Sie auf das Buch, um es kostenlos im PDF-Format herunterzuladen, oder auf die Sprache, um die Präsentation auf Englisch, auf Französisch oder auf Spanisch zu erhalten.


